Edward Vesala / Ode To The Death Of Jazz
Ode To The Death Of Jazz Spielzeit: 56:27
Medium: CD
Label: ECM, 1989
Stil: Jazz


Review vom 13.12.2008


Wolfgang Giese
Vesala war Perkussionist, nicht Schlagzeuger, er war nicht ein reiner 'Rhythmusgeber', er war ein 'Klanggestalter', jemand mit einem ganz eigenen und besonderen Stilů für mich einzigartig!
Darüber hinaus war er Komponist, so auch auf dieser Platte bei allen Stücken. Die Besetzung zu Vesalas Formation Sound & Fury rekrutierte sich aus einigen seiner ehemaligen Studenten.
Nun, im Jahre 1989, widmet Vesala dem Tod des Jazz eine Ode, wie immer er das auch gemeint haben mag.
Na gut, es schien, als sei der Jazz zur damaligen Zeit in eine Art Sackgasse gefahren, eine Bewegung, den Jazz 'salonfähig' zu machen, war sicher im Gange (Neo Bop), vielleicht wurde der Jazz auch zu geglättet, die Herausforderung dieser eigentlich fordernden Musik schien gegen Null gesunken, vielleicht wollte Vesala einfach nur Zeichen setzen.
Jazz sollte nicht 'schick' sein, für ihn sollte er wohl aufrütteln, Neues einbeziehen, sein Spektrum erweitern. Wütend klingt das dann hier auch bisweilen, doch nicht so, wie man es vielleicht von Vesala erwartet hätte, denn bisweilen ist die Musik nicht so frei fließend wie gewohnt. Mitunter hat man den Eindruck, dass hier die Grenzen eng gesteckt und kontrolliert werden, die Kraft scheint insofern etwas gedrosselt.
Das ist nicht unbedingt ein Nachteil, denn so sind einige individuelle Perlen entstanden, die wohldosierte Quellen aus Tango, Rock, Klassik und Big Band zitieren. Und das alles in einem für 'Uneingeweihte' mitunter skurril anmutenden musikalischen Umfeld, welches übliche Hörgewohnheiten außen vor lässt und Toleranz verlangt.
Doch wer die Tür erst einmal aufgestoßen hat, wird einen ausfüllenden Klangkosmos vorfinden.
So werden neben kraftvollen Bläsertönen zarte Harfenklänge eingesetzt, man hat den Eindruck, einzelne Stücke würden 'stagnieren' - als würden sie gleich 'verenden'. Perkussiv-federnde Klänge mischen sich mit im Hintergrund agierenden skurril-flirrenden Bläsern, dann wieder eine 'splitternde' Gitarre, Orgelfetzen und poetisch-lyrische Passagen, die an Jan Garbarek erinnern. Der Saxofonist Kannisto bringt verloren wirkende Flächen ins Spiel.
Aber : 'Entwarnung'. Free Jazz in herkömmlichem Sinne ist das nicht, das ist eher Vesala, der Kreative!
Und das lotet er auf diesem Werk mit seinen Kompositionen voll aus, und die hochklassige Band weiß das brillant umzusetzen!
Line-up:
Matti Riikonen (trumpet)
Jorma Tapio (alto saxophone, bass clarinet, flute)
Jouni Kannisto (tenor saxophone, flute)
Pepa Päivinen (soprano, tenor and baritone saxophones, flute, clarinet, bass clarinet)
Tim Ferchen (marimba, tubular bells)
Taito Vainio (accordion)
Iro Haarla (piano, harp, keyboards)
Jimi Sumen (guitar)
Uffe Krokfors (bass)
Edward Vesala (drums)
Tracklist
01:Sylvan Swizzle (8:38)
02:Infinite Express (7:58)
03:Time to Think (7:37)
04:Winds of Sahara (4:23)
05:Watching for the Signal (8:16)
06:A Glimmer of Sepal (5:30)
07:Mop Mop (5:42)
08: What? Where? Hum Hum (8:18)
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