Whitehorse / Same
Whitehorse Spielzeit: 24:20
Medium: CD
Label: Six Shooter Records, 2011
Stil: Singer/Songwriter

Review vom 29.01.2011


Norbert Neugebauer
Luke Doucet und Melissa McClelland sind jetzt Whitehorse. Und miteinander verheiratet. Vorher waren sie zwei erfolgreiche kanadische Solo-Singer/Songwriter, in ihrer Heimat mit diversen Preisen und Nominierungen bedacht, aber auch langjährige Mitglieder der Tour- und Studioband von
Sarah McLachlan. Ein Teil der Aufnahmen sind in deren Haus entstanden, produziert hat Mr. Doucet.
Obwohl die beiden Whitehorse als ihre neue musikalische Basis betrachten und nicht als Nebenprojekt zu ihren bisherigen Karrieren, bekamen sie für ihr Debüt grade mal acht Songs mit knapp 25 Minuten Spielzeit zusammen. Zwei Stücke ("Passenger 24" und "Broken") stammen aus ihren Solo-Repertoires, allerdings neu aufgenommen. Dazu kommt das Springsteen-Cover "I'm On Fire". Nicht sehr üppig für die nun auch in Musik manifestierte Liason. Sehen wir es mal hoffnungsfroh als Vorspiel für den noch folgenden Act anů
Aber das ist doch schon sehr lustvoll, um beim Bild zu bleiben. Das Duo klingt ausgesprochen frisch, abwechslungsreich und erinnert mich in der Ausstrahlung sehr oft an meine 2010er Favoriten Emith (von denen leider nichts mehr zu hören ist).
Geheimnisvoll eröffnet "Eulogy For Whiskers" mit Sprechstimme aus dem 'Off' und russischem Folklore-Touch das Album. Dafür rockt mit mächtigem Bums "Killing Time Is Murder" umso mehr - hier ist ein richtiges Powerduo am Werk! Die beiden klasse Stimmen passen auch bestens zusammen, Frau McClelland glänzt hier in der Leadposition. Beim nächsten Song "Emerald Isle", wieder sehr rhythmisch, ist der Gatte dran, bleibt jedoch auch nicht allein. Richtig martialisch klingt "Passanger 24", das aus einem hart geschlagenen Trommelbeat, Twang-Gitarre und Melissas Stimme besteht. "Broken" ist dagegen im Kontext fast schon balladesk, obwohl es auch noch gut zur Sache geht. Luke steuert ein weiteres Solo auf seiner 'White Falcon' (-Gitarre) bei.
Der Boss-Song hat ein leichtes Country-Update bekommen, klingt nun nicht mehr so spröde, durchaus gelungen. Zumal Melissas Stimme hier einfach himmlisch klingt! "Night Owls" ist ein verträumter (und schöner) Duett-Schmusesong, noch grade so unter an der Kitschgrenze, aber das ist halt so, wenn man verliebt ist. Der zweite Teil der "Eulogy" lässt das schmale Album schnell ausklingen. Und wäre das nicht so verdammt kurz, wäre es ein kleines, perfekt abgestimmtes und in sich geschlossenes Meisterwerk. Aber so muss sich der Hörer überlegen, ob er damit zufrieden ist oder enttäuscht angesichts dieser anmachenden 'Kurznummer'.
Ob das Duo Pferdefan ist oder irgendwas mit der Hauptstadt der Yukon Territories zu tun hat, war nicht zu eruieren.
Melissa McClelland (vocals, acoustic guitar)
Luke Doucet (vocals, electric guitars, acoustic guitars, bass, pedal steel, piano, organ, banjo)
Barry Mirochnick (drums, B3 bass, vocals)
Pat Steward (drums)
Doug Elliott (bass)
Tracklist
01:Eulogy For Whiskers, Part I
02:Killing Time Is Murder
03:Emerald Island
04:Passenger 24
05:Broken
06:I'm On Fire
07:Night Owls
08:Eulogy For Whiskers, Part II
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