Editorial / Juli 2013



Editorial vom 01.07.2013


Andrea Groh
Hallo an alle RockTimes-Leser und -Leserinnen,
der meteorologische Sommeranfang am 01.06. - Sonnenschein und Wärme? Nein, erst einmal kühles Wetter und Regen. Das ist natürlich nicht schön für Open Air-Besucher, so versank beispielsweise das Beastival in Geiselwind im Schlamm, wie ich von Bekannten gehört habe, die in der Nacht zum kalendarischen Sommeranfang 21.06. auf der Loreley beim Metalfest ebenfalls gewaschen wurden. Nun, das lässt sich mit der richtigen Ausrüstung einigermaßen überstehen.
Doch der Regen hatte weitaus mehr Folgen: Das Junihochwasser 2013 war in manchen Regionen das schlimmste seit Jahrhunderten. Froh und erleichtert konnten alle sein, die in Flussnähe wohnen und durch gute Dämme bzw. andere Absicherungen geschützt waren, die auch dieses Mal hielten. Leider traf dies auf einige Gegenden im Osten und Süden Deutschlands nicht zu. Großes Medienthema, Besuch der Kanzlerin, etliche freiwillige Helfer. Auch die Musikszene regte sich erfreulicherweise und es gab Benefizkonzerte und Aktionen, z. B. einen Downloadsampler von Radio Diabolus. Das Sarah Elgeti Quintet spielte ein Benefizkonzert für die Flutopfer am 13.06. in Greven bei Boizenburg. Martin Engelien gab dem von seiner Go Music Band zusammen mit der
Peter Driessen Band am 12.07.in Oberhausen stattfindenden Auftritt das Motto "Ein Tacken für die Flutopfer" - der Erlös soll einer besonders gebeutelten Kindertagesstätte in Pirna zugute kommen. Wolf Maahn hingegen, der selbst schon einmal Hochwasser in seinem Kölner Studio hatte, hat seinen Klassiker "Wenn der Regen kommt" (sehr passender Titel) neu auflegen lassen und dieser ist ab 05.07. bei allen gängigen Downloadportalen erhältlich. Die Einnahmen daraus gehen an "Aktion Deutschland Hilft e.V.", ein Bündnis von Hilfsorganisationen. Dies sollen nur ein paar Beispiele für die Reaktionen sein, hiermit ein Lob an alle, auch die hier nicht aufgeführten.
Glück mit dem Wetter hatten wir auf dem Rock Hard, denn es war deutlich besser als prognostiziert und so kamen wir in den Genuss der bisher aufwändigsten Headlinershow im Amphitheater. Das Ganze kostete (rein an Eintritt) für drei Tage etwa so viel wie Iron Maiden für einen Abend verlangen. Natürlich wird bei den eisernen Jungfrauen auch einiges geboten und so ließ sich RockTimes das nicht entgehen und zwar sowohl in Frankfurt/Main als auch in Berlin - wobei leider Kritik am Sound angebracht war.
Außerdem waren in den letzten Wochen unterwegs und wurden begutachtet, z. B. in Berlin von Holger: Rush, Neil Young, Eric Clapton und Joe Satriani. Während Steve Earles Auftritt in der Hauptstadt von Markus und Sabine aus dem Südwesten der Republik betrachtet wurde. Näher an der Heimat (auch sprachlich) war da Olaf Mill mit seiner Aufforderung: Türzueszieht.
Aber auch in anderen Regionen war etwas los: Joe sah sich Esther Berlansky, Eric Bibb an und hatte den Blues in Zyfflich. Jürgen hingegen besuchte Connie Lush in Algermissen.
Doch auch für diejenigen, die Musik lieber zu Hause konsumieren - aus welchen Gründen auch immer - brachte der Juni einiges. Jens schwärmte für Jex Thoth während sich Wolfgang für diese Dame begeistern konnte. Ulli fand Abgefahrenes in der Pelagic Zone. Auch Jochen hatte einen Tipp mit der Veröffentlichung eines Mitschnittes der legendären Sacred Heart-Tour von Dio - Nostalgie pur für diejenigen, die damals dabei waren, nach so vielen Jahren das noch einmal erleben zu dürfen.
Zweifel an der Qualität bzw. geteilte Meinungen gab es dagegen zur neuen Deep Purple, die wohl ihren Titel und Covermotiv zu Recht hat. Man wagt sich hier teilweise an eher ungewöhnliche Songs, die Huldigung der Horror-Ikone "Vincent Price" besticht jedenfalls durch einen amüsanten Videoclip.
Bleiben wir bei Dinosauriern: Black Sabbath haben im Juni ihr erstes Album mit Ozzy seit 35 Jahren veröffentlicht. "13" findet regen Absatz (genug für Charteinstiege in einigen Ländern, teilweise sogar bis auf Platz 1) - und wenn es nur aus Neugier ist. Eine Tour wurde für den Herbst/Winter angekündigt, darunter auch zwei Dates in Deutschland (Oberhausen, Frankfurt am Main). Hoffen wir, dass es dieses Mal klappt, denn letztes Jahr kam aufgrund gesundheitlicher Probleme von
Tony Iommi nur Ozzy alleine und der sagte dann noch Mannheim ab. Der 'Madman' hatte kürzlich erst zugegeben, wieder Alkoholprobleme zu haben, worauf Ehefrau Sharon auszog - mittlerweile scheint jedoch alles wieder in Butter zu sein. Was Lemmy wohl nun in Bezug auf geistige Getränke macht? Wie erst jetzt bekannt wurde, bekam der 67-Jährige bereits im März einen Defibrillator eingesetzt und hofft, dass er ab jetzt nicht - wie Slash, der schon seit 12 Jahren Träger eines solchen Gerätes ist - auf Alkohol und Zigarretten verzichten muss und auch noch einige Jahre auf Tour gehen kann... wobei er doch schon einzelne Konzerte absagen musste.
Nicht mehr spielen hingegen wird Bobby Bland, der am 24.06. mit 83 Jahren gestorben ist (immerhin hat er ein recht hohes Alter erreicht), der schon seit Jahren aufgrund gesundheitlicher Probleme im Rollstuhl saß, es sich jedoch nicht nehmen ließ, im Stehen aufzutreten. So gibt es auch dieses Mal leider kein Editorial ohne Todesmitteilungen. Als zweiter wäre Joey Covington
(Ex-Jefferson Airplane) zu erwähnen, außerdem noch der langjährige Designer der Ramones, Arturo Vega.
Robert John Godfrey, Gründer, Keyboarder und Bandkopf von The Enid ist an Alzheimer erkrankt und sucht nach einem geeigneten Musiker, der sein Nachfolger in der Band werden soll. Ebenfalls recht gefasst reagiert Def Leppard-Gitarrist Vivian Campbell, der an Krebs erkrankt ist und sich immerhin etwas Humor behalten hat, indem er von seiner »neuen aerodynamischen Frisur« spricht. Ex-Journey-Frontmann Steve Perry vermeldet, dass es ihm nach mehreren OPs wieder besser geht und dass die Ärzte glauben, dass sie alle Krebszellen entfernt haben. Wäre ihm zu wünschen. Noch besser wäre ein Monat ohne jegliche derartige Meldung.
Was gab es noch: Metallica spielen erstmals in China; "Live At The Bowl '68" von den Doors lief im Kino und "Help!" von den Beatles ist auf Blu-ray erschienen. Rhapsody Of Fire haben einen Gitarristen weniger, denn sie trennten sich von dem Amerikaner Tom Hess auf Grund philosophischer Unterschiede (was immer dies bedeutet), dafür sind Machine Head mit neuem Bassisten Jared MacEachern wieder vollzählig - dies ist nur ein kleiner Auszug aus dem sich ständig drehenden Besetzungskarussell.
Irgendwie geht es immer weiter, im positiven als auch im negativen Sinne, gemäß der Zeile von Journey: »The wheel in the sky keeps on turnin'«.
Zu guter Letzt noch diese Meldung in eigener Sache: Zu den Nominierten für die German Blues Awards 2013 in der Kategorie Medien gehört u. a. auch RockTimes. Die Wahl findet auf einer dafür eingerichteten Website vom 1. Juli bis 31. Juli 2013 statt. Die öffentliche Preisverleihung erfolgt im Zusammenhang mit der German Blues Challenge am 21. September 2013 im Brauhaus Eutin. Wir sind gespanntů
Für uns ist es eine große Ehre, denn die Vorschläge für die Nominierungen kamen von Fachkundigen wie z.B. Labels, Promoter, Veranstalter usw.
Wenn ihr, liebe Leser auch der Meinung seid, dass wir den Award verdienen, dann dürft ihr eure Stimme gerne für uns einsetzen.
Bis dahin bleibt mir, allen Lesern und Leserinnen einen hoffentlich schönen Sommer mit nicht zu viel Regen und ohne erneutes Hochwasser zu wünschen,
Eure Andrea
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