Truckin' USA - ein ROCKTIMER unterwegs im Land des Rock'n'Rolls
Zwischenruf New Orleans, West Coast, San Francisco, Highway No 1, Las Vegas - da schwirren die nostalgischen Emotionen nur so durch das Rockhirn. ROCKTIMER Norbert cruiste mit Ehefrau Ingrid im späten Frühjahr 2011 auf den Rock'n'Roll-Roots zu legendären Stätten der US-Music-History, die Antennen voll auf Empfang für die good vibes unterwegs.


Reisebericht
Südwesten der USA
vom 21. April bis 11. Mai 2011

Artikel vom 02.07.2011


Norbert Neugebauer
Part IV - Amerikanische Keller, Küchen und Betten
Damit wären wir nun erstmal beim Thema: Was taugt das Ami-Bier?
On the road againEine ganze Menge, jedenfalls das der Lokalbrauereien! Vergesst das dünne 'Buds'- und 'Miller'-Gesöff, es finden sich überall im Land Brauereien, die keinen Vergleich mit unseren Bieren zu scheuen brauchen. Je nach Gusto gibt es Pilsner, Lager, Wheat Beer (wird auch als 'Weizen' oder 'Weiss Beer' auf die Karte geschrieben), Amber (dunkel, etwas malziger, entspricht etwa dem fränkischen Kellerbier), Stout, Bock (genau wie unseres, bis 9,5 Volumenprozent Alkohol, persönlich angetestet), Pale Ale, Indian Pale Ale (beides bitter und mitunter nach Ingwer schmeckend) und werweißnochwas. Auch in den Supermärkten finden sich die unterschiedlichsten Sorten und Marken. Dazu diverse Importe aus aller Welt. Von geschmacksneutraler Mexikanerplörre über Kastanien-Bräu aus Korsika, China-Gepansche mit werweißwasdrin, Orangen-Mix aus Belgien bis zu deutschen und tschechischen Traditionsmarken.
On the road againMeist gibt es in den Kneipen mehrere Sorten Schankbier, in größeren oft ein Dutzend Sorten, vor allem natürlich in den 'Brewery Pubs'. Ausgeschenkt wird in Pints, das ist ein knapper halber Liter (also fast ein 'Seidla'), randvoll mit wenig Schaum im Glas. Der übliche Preis dafür ist inzwischen 3,50 bis 5,00 US$. Das billigste Schankbier (ein durchaus trinkbares 'Speakeasy') bekamen wir in San Francisco für sagenhafte 2,00 $, downtown, nahe der touristischen Fisherman's Wharf! In der Regel wird auch ein 'Kleines' angeboten, was dann ideal zum Probieren ist. Meine klare Empfehlung in New Orleans ist das 'Abita Amber', das umweit der Stadt in Abita Springs gebraut wird.
On the road againDie Sude meines sicher inzwischen reich gewordenen Landsmanns vom Crescent City Brewhouse waren nicht nach unserem Geschmack und hatten Kopfschmerztendenz, für die Qualität auch recht teuer. Jedoch insgesamt eine interessante Kneipe mit den Braukesseln im Schankraum. Unbedingt lohnend sind die Biere mit amüsanten Namen der Magnolia Pub & Brewery in Haight Ashbury in San Francisco (später dazu mehr). Fazit: USA ist nicht der Bier-Himmel (der liegt in Franken und in der Tschechei), aber als Liebhaber des gepflegt Gezapften muss man dort keinesfalls darben, sondern kann unbesorgt auf lustvolle Entdeckungsreise gehen!
Vor allem in Kalifornien gibt es auch Weinanbau im großen Stil (angeblich sollen rund 90 Prozent der gesamten US-Produktion von da stammen), der sich nicht nur auf die hierzulande bekannten Gewächse aus dem Napa Valley bei San Francisco beschränkt. Entlang der ganzen Küste und vor allem im parallel verlaufenden Great Basin sahen wir große Rebenfelder (von 'Weingärten' zu sprechen, wäre mehr als nur eine Untertreibung). Die Kombination Autofahrer/Preisniveau hielt uns jedoch davon ab, auch hier intensivere 'Studien' zu betreiben. Next time maybe.
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Und was ist mit dem Essen?
Essen hat in den Staaten einen anderen Stellenwert als bei uns. Es gibt überall die unterschiedlichsten Fast-Food-Ketten, die neben den Burgern auch z.B. Pizza und Mexikanisches oder Asiatisches bis spät abends anbieten. Fertiggerichte füllen die Kühlregale der größeren Läden, die meist auch über (preiswerte) Heiße Theken verfügen. Unterwegs sieht man reichlich Leute, die Chips in sich reinstopfen und das mit diversen Limonaden runterspülen. Das ganze Junkfood ist dazu noch viel mehr gezuckert als hier. Aus diesen Quellen scheint sich ein Großteil der 'Amis' zu ernähren und entsprechend sehen auch viele aus. Die 'gutbürgerliche'Küche wie bei uns gibt es kaum, am ehesten entsprechen dem noch die 'Neighborhood'-Restaurants, in denen wir in New Orleans waren. Alteingesessene familiengeführte Lokale, die sich großer Beliebtheit erfreuen und die auch 'local food' auf der Karte haben.
On the road againDann gibt es natürlich auch andere Restaurants, in denen man - oft aus geschäftlichen oder gesellschaftlichen Interessen - zum Dinner geht. Deren Preisniveau ist sehr gehoben, selbst für relativ einfache Gerichte. Dazu muss man als Tourist wissen, dass die Preise ohne Steuer ausgezeichnet sind und dass dann noch der 'Tipp' für die Bedienung dazu kommt, der als regulärer Teil ihrer Entlohnung zu verstehen ist. 15 bis 20 Prozent der Rechnung ist inzwischen Trinkgeld-Standard und das sollte man auch als ausländischer Gast von vornherein einkalkulieren. Richtig essen gehen in USA ist ein sehr teures Vergnügen, auch wenn man nicht eines der namhaften Restaurants wählt.
»Get some crawfish, jamalaya
Red beans and fine pralines
Get some lovin' that gonna satisfy
Home in New Orleans«

(Dr. John)
On the road againNew Orleans verfügt über eine ausgesprochen gute und abwechslungsreiche einheimische Küche, die zu Recht berühmt ist. In der Stadt kamen früh viele Kulturen zusammen und entsprechend haben sich die Gerichte entwickelt. Gumbo, ein dicker Eintopf oder Jamabalya, Reis mit verschiedenen Zutaten, beides kräftig gewürzt, sind bekannt. Aber die kreolische und die Cajun-Küche bieten noch viel mehr, vor allem Allerlei aus den Bayous und dem Meer, wozu neben den Crawfish (Krebs) und Catfish (Wels), Shrimps (Krabben) auch 'Gator' (Alligator), Froschschenkel und Austern gehören. Oft werden diese Zutaten auch in Ètoiffèes (Aufläufen) oder als 'Pie' verarbeitet oder zusammen mit Seafish und Steaks als 'BBQ' gegrillt. Lokale Spezialitäten sind 'Po Boys' und 'Muffulettas', überdimensionale Sandwiches mit allen möglichen Zutaten, die auch als Mittagessen in Restaurants serviert werden und alles andere als 'Fast Food' sind.
On the road againFranzösischen Ursprung sind die leckeren Kaffeehaus-Naschereien 'Beignets' (Schmalzgebäck), 'Pralinés' (kleine Nußtörtchen) oder 'Muffins' und 'Bagels'. Dann gibt es noch das 'Soulfood' der schwarzen Küche, das sich aus dem Resteessen der früheren Sklaven und Landarbeiter zu dem entwickelt hat, was heute 'Herz und Seele wärmt'. Die Stadt und das umliegende Cajun-Land haben auch in kulinarischer Hinsicht eine Ausnahmestellung gegenüber Rest-USA. Dazu passt auch, dass nur hier auf der Straße erkennbar Alkohol getrunken werden darf. Für Fans diverser Mix-Drinks ist 'Nawlins' ebenfalls eine gute Adresse. Neben den verschiedenen leckeren Daiquiris gibt's z.B. den speziellen 'Hurricane' oder meinen Lieblings-Sundowner Margarita.
On the road againBei unseren Überland-Touren haben wir aber auch immer wieder positive Überraschungen erlebt. Es finden sich durchaus kleinere Familienbetriebe oder auch Kooperativen, die neben überlieferten Rezepten der jeweiligen Vorfahren vermehrt 'Organic Food' anbieten - Biokost, meist sehr lecker und kreativ zubereitet. Vor allem in Kalifornien hat sich eine spezielle (gesundheitsbewusste) Küche entwickelt, die oft abenteuerliche Zutaten kombiniert, aber sicher nicht immer Jedermanns Geschmack trifft. Unsere Experimentierlust an diesen Menues wurde meist schon beim Blick auf die Preise im Aushang erheblich gedämpft Satt wird man auch anderweitig und in der Regel findet man selbst in den Ketten irgendwas, was einem vom speziell in dieser Richtung sehr strapazierten Geldbeutel her zusagt. Amiland ist natürlich Steakland und das Angebot ist entsprechend. Aber auch die in den unterschiedlichsten Zubereitungen und Größen bestellbaren saftigen Rinderteile haben ihre ebensolchen Preise. Die paar Mal, die wir dieser Fleischeslust ungehemmt frönten, haben sich angesichts der servierten Qualität jedenfalls gelohnt.
On the road againÜbrigens ist es üblich, nicht verzehrte Essensreste mit heim zu nehmen. Dafür wird vom Kellner ganz selbstverständlich ein 'doggybag' gebracht. Nicht erwartet hätten wir das große Angebot an gutem Gebäck, oft als 'homemade' angepriesen. Als Tourist, der auf langen Strecken mit dem Auto unterwegs ist und sich erst abends eine Unterkunft sucht, muss man sich dann mit dem vorhandenen Angebot zufrieden geben. Motels sind meist am Stadtrand und dort ist die Auswahl an Essensmöglichkeiten beschränkt, vor allem wenn es irgendwo in der sprichwörtlichen 'Prärie' ist. Wer da wählerisch sein will, geht dann wohl öfters hungrig ins Bett. Kaffee und Frühstück sind ein eigenes Kapitel. Die Qualität des Kaffees erstreckt sich von besserem Aufspülwasser (die Regel, vor allem beim Frühstück) bis zu hervorragend (in den entsprechenden Cafés). 'European Breakfast' ist die Billigst-Variante mit Automaten-Brühe und Toast, "American" kann ausreichend für den ganzen Tag sein, je nachdem welche Zutaten (Eier, Schinken, Schinkenspeck, Würstchen, 'Hush Browns' - Kartoffelstreifen in Fett herausgebacken oder auch Gebäck) angeboten oder geordert werden.
American beds
On the road againUnterkunft war für uns selten ein Problem. Motels verschiedener Ketten bieten unterschiedlichen Standard, oftmals findet man aber auch nahezu identische Ausstattungen der verschiedenen Anbieter vor. In der Regel in Ordnung, aber hellhörig und für den frühaufstehenden Durchreisenden gedacht. Am Wochenende steigen die Preise, vor allem in den Touristenzentren, mitunter recht erheblich.
On the road againWährend der Woche kommt man mit 50 - 80 $ für das Zimmer (auch mit drei oder vier Personen in zwei Doppelbetten) unter. Selbst in Las Vegas haben wir bei Vorausbuchung für zwei Hotelzimmer nur 75 $ zusammen bezahlt. Nach oben gibt es natürlich keine Begrenzungen, B&Bs sind in der Regel teurer, da meist mit entsprechendem Ambiente verbunden. Individuelles Reisen ist in USA einfach, jedoch alles andere als 'günstig'.
Übrigens, wer nach einem besonderen Souvenir aus 'Nawlins' sucht, der sollte mal in der urigen Cigar Factory, 415 Decatur Street, vorbeischauen - Rock'n'Roll auf eine spezielle Art!
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