RockTimes-Redaktionstreffen in Hann. Münden OT Lippoldshausen, Gasthof Zum Krug vom 1. bis 3.8.2014
10 kleine RockTimer Nimm dir Zeit für gute Musik!



Zwischenruf vom 14.08.2014


Sabine Feickert
Zehn Jahre RockTimes, das wäre doch glatt Grund für eine Riesensause!! Korken knallen lassen, Sex'n'Drugs'n'Rock'n'Roll und so... zur Feier des Jubiläums gleich zwei Tage lang.
Redaktionstreffen 2014Doch erstens kommt es anders und zweitens bleibt auch RockTimes nicht vom echten Leben verschont. Familie geht vor, Job geht vor, eigene Musik (machen) geht vor. Und jeder andere Grund auch. Wie das nunmal so ist im Leben. Und bei RockTimes.
Jeder hat seine Gründe und alle haben ihre Berechtigung, müssen akzeptiert werden. Und doch war die Aussicht erstmal ein wenig enttäuschend, das Jubiläums-Treffen im relativ kleinen Rahmen abzuhalten. Immerhin ist das ziemlich zentral gelegene Lippoldshausen für die meisten doch immer noch ein paar hundert Kilometer weg. Klar hat jeder Teilnehmer manche Gesichter und Stimmen so richtig vermisst. Natürlich verlockt das zum Hadern, doch so eine bunte RockTimer-Truppe hätte die Redaktions-Shirts nicht verdient, wenn sie angesichts dieses Anlasses in tiefsttraurige Klagegesänge verfallen würde. Zumal keine einzige Gitarre dabei gewesen wäre, diese zu begleiten, weil siehe oben...
Redaktionstreffen 2014Nein, weit gefehlt, stattdessen wurde es diesmal ganz besonders entspannt und 'gemiedlich'. Es blieb Zeit, sich tatsächlich mit jedem Kollegen etwas ausgiebiger zu unterhalten. Wenn auch nicht erschöpfend, denn DAS Thema Nummer 1 gibt wahrscheinlich Stoff für mehrmonatige Treffen. Wer mit Wem, Wann und Wo? Vinyl oder On Stage? Blues oder Rock oder Prog? Psychedelic oder Doom?
Es gab die unvermeidlichen augenzwinkernden Grabenkämpfe »Jürgen, das hat für dich einen Akkord zu viel!!«. »Live ist am geilsten« versus »die Karawane zieht jedes Jahr durch die gleichen Clubs, wie langweilig!«. Neuentdeckungen, Wiederentdeckungen, persönliche Favoriten und Aversionen.
Redaktionstreffen 2014 Erstaunliche Outings »boah, der eingefleischte Metaller kauft ne Dire Straits-Platte«, Austausch von Geheimtipps und immer mal wieder auch die Feststellung, dass es tatsächlich Musikrichtungen gibt, für die sich keiner aus der Truppe so wirklich erwärmen kann. Dass oft viel zu wenig Zeit bleibt, um Musik zu hören, weil man die jetzt einfach grad hören will. Oder nochmal und nochmal und nochmal hören will, aber das schlechte Gewissen und der hohe Stapel unbesprochener Scheiben dann doch stärker sind. Und irgendwo in den Tiefen des Bewusstseins das Wissen, dass ein Menschenleben nicht ausreichen kann, um all die gute Musik zu entdecken, die rund um den Globus gemacht wird. Ein gigantisches Buffet, viel zu groß, um auch nur ein Häppchen von allem zu probieren, was irgendwie lockt, geschweige den angeboten wird. Fachsimpelei in allen Ecken.
Noch nicht mal die allerfrüheste musikalische Sozialisation bleibt außen vor von Gerhard Wendland zum "Babysitter Boogie"; sogar Hans Mosers "Reblaus" wird zu späterer Stunde mal kurz angeträllert. Da ist dann aber schon das zweitliebste Thema mit im Spiel Kulinaria jeglicher Konsistenz. RockTimes erweitert den Horizont nicht nur musikalisch. Unter geradezu konspirativen Bedingungen fanden Maggi Hot und Lyoner ihren Weg aus dem Südwesten der Republik via Lippoldshausen in den Harz. Boten willkommenen Anlass für weiteres Gestichel und Gefrozzel, so von wegen Teilen, Kollegialität und Konsequenzen.
Redaktionstreffen 2014Einigkeit und gefräßiges Schweigen herrschte lediglich beim Essen ob nun Eier vom vegetarischen Huhn oder Pfifferlinge, Schnitzel oder Salate. [Ganz herzlichen Dank an das Krug-Team!!] Auch wenn die Einigkeit dann bei der Frage, ob die Blumen nun mitgegessen werden oder nicht, schon wieder beendet war.
Es blieb Zeit für Gespräche abseits von Akkorden (egal wie vielen) und Noten. Über Persönliches, Familiäres, was sonst grad noch so ansteht. Häuser, Gärten, Katzen oder auch die Oma. Zeit dafür, auch mal mehr als nur einen kurzen Blick auf die Umgebung zu richten. Redaktionstreffen 2014
Alles nicht wirklich spektakulär. Keine volle Riesenhalle sondern mehr ein kuscheliges kleines Club-Event. Aber gerade dadurch von einer ganz eigenen Qualität. Entspannt. Entschleunigt. Macht Lust auf mehr. Auf MEHR ZEIT für gute Musik und gute Freunde. Darauf, das vorhandene auch genießen zu können. Mit den zur Verfügung stehenden Mitteln und Leuten. Bewusst. Und mit Zeit.
Nimm dir Zeit für gute Musik!
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